Drowning in Flowers – Mixed Media Porträt – Porträt Serie Flowers

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Man lernt nie aus, und so belege ich regelmäßig Kurse bei Domestika – ich werde nicht von Domestika gesponsort, verlinke hier also auf Grund meiner eigenen, wirklich positiven Erfahrungen. Der Vorteil – als introvertierter Künstler geht man ja ungern woanders hin zum zeichnen – bei Domestika lernt man im eigenen Tempo im eigenen Atelier.

Nun habe ich im Dezember einen Kurs von Arthur Braud “Expressive Aquarellporträts” belegt – ein wunderbarer Kurs, der mir noch mal neue Impulse bezüglich der verwendeten Farbpalette für Porträts gebracht hat. Im Kurs werden Aquarellfarben aus Tuben und eine reduzierte Palette von 7-8 Farben verwendet. Bisher habe ich mir darum nie Gedanken gemacht, dass ich einfach nur wenige Farben, die für mich passen, brauchen könnte.

Der Kurs brachte allerdings noch mehr Ideen mit sich – meine Porträt Serie Flowers wurde geboren. Denn im Kurs wurde das Schlagwort Blume als Inspiration für das Porträt verwendet. Und während der Dozent als Mann in seinem Leben immer wieder erlebt hat, dass Blumen als unmännlich oder zu feminin für einen Jungen angesehen wurden, habe ich ganz andere Erlebnis – von der anderen Seite der Medaille sozusagen.

Der Dozent erlebte in seiner Kindheit oft, dass er Kleider nicht tragen durfte, weil florale Prints für Mädchen seien und er nicht Blumenkind bei einer Hochzeit sein durfte – das macht doch ein Bub nicht. Warum ist das so? Wieso werden Blumen als weiblich assoziiert?

Aquarell mit digitaler Komposition|Mixed Media Porträt

Gib mir Aufmerksamkeit, keine Blumen

Und wieso schenkt man Frauen nach gesellschaftlichen Konventionen einfach immer Blumen – nach dem Motto, jede Frau freut sich über Blumen. Nein, einfach nein. Es ist nicht so, dass ich Blumen nicht mag – jedoch kann ich nicht sonderlich viel mit ihnen anfangen (außer abmalen vielleicht). Ich arbeite in meinem 9-5 Job 40 Stunden+ und danach noch in meinem Atelier. Wenn ich nicht gerade eine Blume male, habe ich sehr wenig Zeit, einen Strauß zu betrachten. Frei nach Hazel Brugger stelle ich sie also in eine Vase – habe dann allerdings nicht mal die Zeit, sie beim Sterben zu bewundern.

Mir ist grundsätzlich Geldverschwendung zu Wider – niemand muss mir etwas schenken um des Schenkens Willen. Doch bekomme ich zu allen möglichen Anlässen einen Strauß Blumen in die Hand gedrückt, während männliche Kollegen etwas bekommen, was mit mehr oder weniger Mühe ausgesucht wurde – Bücher, Präsentkörbe von Feinkostläden oder aber einen guten Tropfen. Bei all diesen Geschenken wurde überlegt, was dem Beschenkten wohl gefallen könnte – bei einer Frau wird über die Persönlichkeit nicht weiter nachgedacht als bis zu den primären Geschlechtsmerkmalen.

Das Schlimme – ich finde keinen Weg heraus. Man kann es in der Firma z.B. ruhig ansprechen. Spätestens zum Geburtstag steht da ein lächelnder Vorgesetzter mit einem übertrieben großen Strauß. Ich habe das Gefühl, nicht gehört, nicht wahrgenommen zu werden. Im Gegenteil – die Ansage, dass das nicht nötig wäre, wird als weiblich Bescheidenheit verstanden.

Das Gefühl zu ertrinken – noch die Hand auszustrecken und nach Hilfe zu suchen – das drücke ich mit diesem Bild aus. Die junge Dame (die ganz zufällig Ähnlichkeit mit Boticellis Venus bekommen hat) guckt genauso entsetzt wie ich, als ihr statt Verständnis noch Blumen entgegen geworfen werden.

Ich habe mich für gelbe Nelken entschieden – in der viktorianischen Blumensprache stehen sie für Enttäuschung und Ablehnung und werden als Geschenk für jemanden vorgeschlagen, bei dem der*die Schenkende sich entschuldigen möchte. Eine gut gemeinte Entschuldigung- doch wie sagt man: ” Gut gemeint ist selten gut gemacht”.

Schenkt bitte Blumen, wenn der*die Beschenkte sich Blumen wünscht – bitte die Lieblingsblumen, egal, welche Bedeutung der Blumen-/Farbkombi zugesprochen wird. Bei anderen – schenkt etwas, worüber sich die Person freut.

Die Erfahrungen mit der reduzierten Farbpalette und den Malprozess habe ich auf Patreon exklusiv dokumentiert. Wenn Ihr mich unterstützen möchtet, könnt Ihr mich dort abonnieren und ab 3 Euro im Monat (ein Kaffee für Euch, eine Tube Farbe für mich ;)) bekommt Ihr ganz exklusive Blicke hinter die Kulisse. Noch näher dran an meiner Staffelei und Ihr habt Farbe an der Nase.

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Dieses Aquarell mit digitaler Komposition ist als Print in meinerm Onlineshop erhältlich. Ihr möchtet was in dem Stil jedoch ein eigenes Motiv – fragt gern eine Auftragsarbeit über mein Kontakformular an.

Drowning in Flowers – Mixed Media Portrait – Flowers Portrait Series

One never stops learning, and so I regularly take courses at Domestika – I’m not sponsored by Domestika, so I’m linking here based on my own really positive experiences. The advantage – as an introverted artist you don’t need to go somewhere else to draw – at Domestika you learn at your own pace in your own studio.


Now in December, I took a course by Arthur Braud “Expressive Watercolor Portraits” – a wonderful course that gave me yet another new impulse regarding the color palette used for portraits. The course uses watercolor paints from tubes and a reduced palette of 7-8 colors. Until now, I never thought that I might just need a few colors that fit me.


However, the course brought more ideas – my Flowers portrait series was born. Because in the course, the keyword flower was used as inspiration for the portrait. And while the lecturer, as a man, experienced time and again in his life that flowers were considered unmanly or too feminine for a boy, I have a very different experience – from the other side of the coin, so to speak.


In his childhood, the lecturer often experienced that he was not allowed to wear dresses because floral prints were for girls and that he was not allowed to be a flower child at a wedding – a boy wouldn’t do that. Why is that? Why are flowers associated with femininity?

Pay attention and


And why is it that according to social conventions, women are simply always given flowers – according to the motto, every woman is happy to receive flowers. No, simply no. It’s not that I don’t like flowers – however, I can’t do very much with them (except for coloring, maybe). I work 40 hours+ at my 9-5 job and then still work in my studio. If I’m not painting a flower, I have very little time to look at a bouquet. So loosely based on Hazel Brugger, I put it in a vase – but then don’t even have time to admire it as it dies.

For me, wasting money is basically too distasteful – no one has to give me a gift for the sake of giving. But on all possible occasions, I get a bunch of flowers in my hand, while male colleagues get something that was chosen with more effort – books, gift baskets from delicatessens, or a good drop of wine. With all these gifts it was considered, what could probably please the presentee – with a woman the personality is not thought further than up to the primary sex characteristics.


The bad thing – I can’t find a way out. I tried to mention it in the companies I worked for. At the latest on the next birthday, there is a smiling supervisor with an exaggeratedly large bouquet. I have the feeling of not being heard, not being noticed. On the contrary – the announcement that this is not necessary is understood as feminine modesty.

Aquarell mit digitaler Komposition | Illustriertes Porträt
Teilnahme am Artbox.Projects World 2.0, 01.02.-04.03.2022 in Zürich

The feeling to drown – still to stretch out the hand for help – is expressed with this picture. The young lady (who quite by chance has acquired a resemblance to Boticelli’s Venus) looks just as horrified as I do when, when she only gets flowers instead of attention, understanding, or help.


I decided on yellow carnations – in Victorian flower language they stand for disappointment and rejection and are suggested as a gift for someone to whom the giver would like to apologize. A well-intentioned apology – but as the saying goes: “Well-intentioned is rarely well-done”.


Please give flowers, if the recipient wants flowers – please give the favorite flowers, no matter what meaning is attributed to the flower/color combination. For others – give something that the person is happy about.


I have exclusively documented my experience with the reduced color palette and the painting process on Patreon. If you want to support me, you can subscribe there and from 3 euros a month (a coffee for you, a tube of paint for me ;)) you get very exclusive glimpses behind the scene. A bit closer to my easel and you have color on the nose.

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This traditional watercolor with digital composition is available as a print product in my shop. You want it different but the same – please feel free to ask for a commission via my contact page.

Aquarell mit digitaler Komposition| Mixed Media Porträt

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