Welche Software ist die richtige für welches kreative Projekt?

Wo Apps auf Kunst treffen

In zwei meiner letzten Post habe ich über meine Projekte für den Urlaub und Schnittmustererstellung in Valentina geschrieben. Da der Einsatz von Software immer ein wenig „technisch“ wird, besonders wenn es um CAD geht, dachte ich, ich gebe Euch einen kurzen Überblick, welche Software ich für was nutze.

Zunächst ein bißchen was zu der Hardware, die ich benutze. Bisher war ich ein Mac User seit ich meinen ersten PowerMac G4 bekam. Gerade habe ich aber wieder auf ein Windowsnotebook gewechselt, da ich als Masterstudentin in Marketing Management und meinen Beruf als Controllerin auch Excel, Access und Co. benötige. Irgendwann wird wieder ein iMac dazukommen, da meiner Meinung nach für kreativve Programme Mac OS einfach „laufruhiger“ ist.

Zusätlich zur Maus nutze ich immer ein Grafktablet wie das wacom intuos. Dies würde ich auch jedem empfehlen, der am Computer zeichnen möchte. Zwar gibt es immer mehr Touchscreenmodelle, bei denen direkt auf dem Bildschirm gezeichnet werden kann, hier stimmen meiner Meinung nach aber Preis-/Leistungsverhältnis noch nicht. Mein Notebook nutze ich zu Hause noch mit einem großen Bildschirm, was den Vorteil hat, bei Bedarf mehrere Bildschirme zu haben.

Einzelne Bilder für Print oder Web

Wenn Ihr Kunst am Computer erstellen möchtet, müsst ihr zunächst entscheiden, ob ihr pixel- oder vektorbasiert arbeiten möchtet. Dabei kommt es darauf an, was Ihr gern mit dem Output machen möchtet.

Raster basiert

Wenn Ihr mit einem pixelbasierten Programm arbeiten möchtet, fühlt sich die arbeit wahrscheinlich mehr wie zeichnen an. Aber ihr legt hier Größe und Auflösung vorher fest und könnt so Euer Werk nicht mehr hinterher skalieren, ohne einen Qualitätsverlust in Kauf zu nehmen. Trotzdem sehen die entstandenen Werke oft beeindruckend nach echten Malereien aus. Daher sind diese Programme die erste Wahl, wenn Ihr etwas zeichnen möchtet, wie ihr es auch auf Papier tun würdet.

My eyes – one of my first attempts at painting digital with Photoshop

Meine Favoriten bei den pixelbasierten Tools sind Photoshop und ArtRage. Photoshop kennt Ihr vielleicht eher als mächtiges Tool für die Fotoretuche aber es eignet sich auch sehr gut zum Malen. Zusätzlich könnt Ihr eigene Muster oder Pinselspitzen definieren. Aber auf der anderen Seite ist Photoshop sehr komplex. Wenn Ihr eine intuitivere Bedienung sucht, empfehle ich Euch Artrage mal auszuprobieren.

Ein weiterer Nachteil von Photoshop ist natürlich der Preis – die neuere Version ja sogar nur im Abo. Während meines Studiums habe ich daher kurzfristig einmal gimp probiert – eine Opensourcelösung, der nachgesagt wird, ebenso umfangreich wie Photoshop zu sein. Ich hatte es nicht lange im Einsatz, da die Funktionen zwar sehr ähnlich aber völlig anders sortiert sind als bei Photoshop.

Vector basiert

Wollt Ihr Euch ein Logo entwerfen? Dieses muss hinterher ja skaliert werden können von ganz klein für Visitenkarten zu groß für Banner oder Plakate. Hierfür sind vektorbasierte Programme geeignet. Für jedem gezeichnete Strick wird eine mathematische Funktion hinterlegt, die bei Größenänderung einfach neu berechnet werden kann. Das Tolle ist, es funktioniert im Hintergrund, Ihr zeichnet normal auf der Zeichenfläche.

Mein Favorit ist hier Illustrator. Aber auch hier gibt es eine Opensource Lösung inkscape, die ich selbst aber noch nicht probiert habe. Da Ihr in Illustrator aber die Möglichkeit habt Euch für jede Linie, Kurve und Winkel die Länge oder Größe im gewählten Format anzeigen zu lassen, könnt ihr damit auch eine Menge mehr machen, als nur Grafiken. Ich nutze z.B. Illustrator für den Entwurf, Photoshop zum colorieren und schattieren, dann wieder Illustrator für die technische Zeichnung. In den letzten Jahren habe ich auch meine Schnittmuster mit Illustrator erstellt. Das funktioniert, weil man jede Linie, Kurve und Winkel auch exakt vorher definieren kann.

Design for a chiffon and jersey dress – combination of Illustrator and Photoshop

Pattern drawing/ CAD

So, und warum teste ich denn nun Valentina? Valentina ist eine Opensource Lösung zur Schnittmusterkonstruktion. Während Illustrator eine schnelle Hilfe zum Zeichnen eines Schnittmuster in einer Größe ist, wurde Valentina natürlich nur für die Schnittmusterkonstruktion erstellt. Daher startet man hier mit einer Maßtabelle, die man entweder für individuelle Maße oder aber als Mehrgrößentabelle anlegen kann. Die Konstruktion erfolgt nun mittels Funktionen, die auf diese Maße zugreifen. Im Nachhinein können so einfach die Schnitte auf andere Maße transferiert werden. Wenn Ihr Euch z.B ein Kleid genäht habt und es nun für eine Freundin nähen wollt, tauscht Ihr im Hintergrund einfach die Maßtabelle aus.

Im Studium habe ich mit einer professionellen Lösung CAD gelernt (professionell hier auf den Preis bezogen). Denn nach nur zwei Wochen arbeiten mit Valentina kann ich sagen, dass Valentina locker mit teuren Lösungen mithält. Durch den komplexeren Aufbau der Funktionen ist es jedoch etwas schwieriger zu handeln als Illustrator. Zudem sollte man schon Erfahrung in der Schnittmusterkonstruktion mitbringen, um die Formeln korrekt definieren zu können.

Wenn Ihr Interesse habt, Euch (ein wenig) mehr mit Schnittmusterkonstruktion zu befassen, empfehle ich die Bücher von Winifred Aldrich oder den Besuch eines Kurses. Für mich als erfahrener Anwender sind die Tutorials für Valentina zu oberflächlich (ich habe kein Tutorial zu „if then else“ Bedingungen bei Zugaben gefunden) – für jemanden ohne Kenntnisse der Schnittmusterkonstruktion könnte es aber schon schwierig werden. Vielleicht mache ich auch selbst mal das ein oder andere Tutorial in Zukunft.

Printmedien

Eure Grafiken wollt Ihr nun vielleicht in einem Printmedium wie Bücher, Flyer oder Magazinen nutzen. Daher nutze ich im Anschluss oft Indesign, das natürlich perfekt mit Photoshop und Illustrator zusammenarbeitet. Als ich 2000 mit Grafiken begann, habe ich QuarkXPress auf meinem G4 installiert gehabt. Wenn ich frei wählen könnte, wäre Quark meine Wahl, aber Indesign ist natürlich sowohl in meiner Creative Suite als auch jetzt in meiner Creative Cloud dabei.

software kreativ
Intelligent sports clothing – concept during studies for Cebit 2009

Video, Animation und Audio

Hier muss ich gestehen kenne ich mich auch nicht so gut aus. Aus einer Indesigndatei habe ich 2-3 Mal einen digitalen Blätterkatalog erstellt, z.B. für meine Abschlussarbeit. Heute habe ich begonnen, mein Shop Logo mit Aftereffects zu animieren. Ich bin gerade dabei, die neuen Möglichkeiten der Creative Cloud auzuloten.

Für Audio und Filme habe ich bisher auch oft einfach die kostenlosen Programme auf meinem Mac benutzt – z.B. Garageband oder iMovie. Nicht sehr professionell, aber es funktioniert. For sound and film I used the free programms which come with Mac OS like Garageband and iMovie. Not that professional but it worked,

Welche Programme nutzt Ihr am liebste für kreative Arbeiten? Habe ich etwas in meiner Liste vergessen? Seid Ihr interessiert an Tutorials- und wenn ja, was möchtet Ihr sehen? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Sharing is caring - Thank you in advance.

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